Eine Mischung aus Country, Folk und Bluegrass umschreibt den Sound der Québecer Gruppe, die sich Les Chercheurs d’or nennt, ganz gut. Gestern spielten sie ein Konzert in der kleinen, atmosphärischen Bar namens verre bouteille, die sich auf der rue Mont-Royal ein wenig versteckt. An diesem Abend stellten die zwei Frauen und drei Männer, alles Musiker, die ihre Instrumente sicher beherrschen, alte und neue Songs vor. Was bei Bands wie Les Chercheurs d’or, die eine eher traditionelle, landestypische Musik spielen, besonders ist, ist das sie in den Liedern und drumherum Geschichten erzählen. Dabei spielt das Publikum eine wichtige Rolle, denn die Geschichten richten sich direkt an die Leute, die im Publikum sind. Zu den gespielten Liedern gehörten u.a. „Le blues d’être tout seul en prison“, „L’impression que c’est dimanche“ und „L’amour m’a rendu malheureuse“.

Während die Band eine kurze Pause einlegte, wechselte ich den Veranstaltungsort. Im Astral spielte bereits der Singer-Songwriter Alexandre Poulin, der das Publikum mit seinen erzählten und gesungenen Geschichten in den Bann zog bis weit nach 23 Uhr. Seine Musik lebt von Gitarren, die ab und an von einem Beat, Mundharmonika, Banjo und Schellenring ergänzt wurden. Begleitet wurde Alexandre Poulin von einem guten Musikerfreund. Für eine gute Atmosphäre sorgten neben dem Publikum zahlreiche Glühbirnen, die hinter den beiden Musiker aufgestellt waren.

Alexandre Poulin, der bereits einige Konzerte in Europa gegeben hat, bringt allerlei Informatives in seinem Abendprogramm unter, etwa allgemein Geschichtliches, Persönliches aus seiner Kindheit oder Reflexionen über den Beruf des Musikers heutzutage. Dabei geht seine Musik in Richtung Folk und ist sehr textreich. Er ist ein Singer-Songwriter, der seine Umgebung sehr wachsam wahrnimmt und der in diesem Jahr den Prix Révélation des Schweizer Festivals Pully-Lavaux erhalten hat. Sein aktuelles Album mit dem Titel LE MOUVEMENT DES MARRÉS erschien 2013.

Weitere Infos zu den im Beitrag genannten Bands:
Les Cherceurs d’or
Alexandre Poulin

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