Am 15. Mai 2015 trat Patrick Watson im Berliner Club Gretchen auf. Nachdem die Karten bereits früh ausverkauft waren, wurde das Konzert kurzerhand vom Grünen Salon ins Gretchen verlegt.

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© J. Dummer

Als sich der Club gegen 20 Uhr so langsam füllte, betrat der junge Singer-Songwriter Jesse Mac Cormack die Bühne mit seiner Gitarre. Er präsentierte einige seiner Songs, bei denen er sich von einem minimalistischen Sound zum Ende hin steigerte, als er bei seinem letzten Song am Schlagzeug von Robbie Kuster und an der Bassgitarre von Mishka Stein unterstützt wurde.

Nach einem kurzen Soundcheck waren Bühne und Publikum im ausverkauften Gretchen für den Hauptact des Abends bereit. Patrick Watson begann den Abend mit den ersten Songs seines neuen Albums LOVE SONGS FOR ROBOTS. Passend zum Albumcover, auf dem eine Glühbirne in wesenhafter Gestalt strahlt, zierten mehrere Glühbirnen in unterschiedlicher Größe die Bühne. Musikalisch unterstützt wurde Patrick Watson von Robbie Kuster am Schlagzeug, Mishka Stein am Bass, Joe Grass an der Gitarre und François Lafontaine am Keyboard. Er selbst spielte einige Songs am Klavier, andere sang er am Mikrophon.

Im Publikum fanden sich einige Fans, die mit Blumenkränzen und Vogelgezwitscher ausgestattet waren, die später am Abend noch ihren Einsatz bekamen. Die Performance von „Adventures in your own backyard“ war ein erster Rückblick an diesem Abend auf vorhergegangene Alben. Kurz darauf unterbrachen Patrick Watson und seine Band die Barriere zwischen Bühne und Publikum und gesellten sich an die Bar. Es war einer dieser Momente, in denen man entweder das Kommende genießt oder aber sein Smartphone zückt und versucht, den Augenblick irgendwie festzuhalten. An der Bar stimmten sie ohne Beleuchtung und ohne Mikrophon einen Song an, für den sich der Sänger vom Publikum bald gesangliche Unterstützung holte. Während der Montréaler in seiner lockeren, kumpelhaften Art einen weiteren Song anstimmte, setzte die Musik wieder auf der Bühne ein. Einen ersten Abschluss des Konzertes stellte der letzte Song des aktuellen Albums dar: „Places you will go“. Doch Publikum und auch Band hatten an diesem Abend noch lange nicht genug vom vollen Sound und ruhigeren Passagen, in denen man sich mit geschlossenen Augen dem Moment hingeben konnte. Es gab eine von zwei Zugaben, die ältere Songs beinhaltete: „To build a home“, einen Song, den Patrick Watson mit The Cinematic Orchestra aufgenommen hat, „Into giants“ von seinem Album ADVENTURES IN YOUR OWN BACKYARD und „Giver“ von dem Album CLOSE TO PARADISE. Während das Konzert sich der Zwei-Stunden-Marke näherte und die Band erneut mit dankenden Gesten die Bühne verließ, ließ der Zugabenapplaus immer noch nicht nach, so dass der Sänger für eine weitere Zugabe zurückkehrte und Songwünsche aus dem Publikum entgegennahm. Das zuvor gehörte Gezwitscher aus dem Publikum fand nun seine Berechtigung, als er den Song „Big bird in a small cage“ allein am Klavier anstimmte. Wieder in kompletter Besetzung hieß der letzte Songs eines gelungenen Konzerts „Know that you know“, in dem es heißt: „Hard to let you go go go go go go“.

Wer bei diesem einzigen Deutschlandkonzert nicht dabei sein konnte, der hat voraussichtlich kommenden Herbst die Möglichkeit, Patrick Watson irgendwo in Deutschland oder Europa erneut live zu sehen. Denn im Interview verriet er mir, dass eine weitere Tour mit mehreren Terminen hierzulande geplant ist.

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