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© J. Dummer

Vier war die Zahl, die Patrice Michaud begleitete, als er am Samstagabend sein Konzert im Club Soda gab. Es war sein vierter Auftritt in vier Jahren im Rahmen der FrancoFolies. Zudem wechselte er zwischen vier Gitarren. Vier durch zwei ergibt zwei und so war sein Konzert in zwei Teile unterteilt. In einem ersten Teil unterhielt er das Publikum mit seinen Songs und zahlreichen Anekdoten aus seiner Kindheit und Jugend, die ihm Stoff für seine Songs boten. Musikalisch begleitet wurde er vom Bassisten Mark Hébert, vom Gitarristen Louis Fernandez und vom Ältesten der Band, dem Schlagzeuger Marc Chartrain. Am Abend zuvor waren sie noch in Tadoussac, um beim Konzert von Légendes d’un peuple dabei zu sein und nun waren sie auf den Brettern vom Club Soda in Montréal, um die Leute zu unterhalten.

Der Sänger, der in Cap-Chat in der Gaspésie aufwuchs, ist vom Rock’n’Roll geprägt, was man auch seinem Styling und seinen Moves à la Elvis anmerkt. Neben seiner tiefen, klaren Stimme, die seinen Songs das gewisse Etwas verleiht, ist er auch ein Erzähler, der gerne den Blick zurück wirft und einen Einblick in sein Leben gewährt, z.B. in sein Leben als Musiker und Vater. Gefolgt wurde diese Geschichte von seinem Lied „Deux lignes rouges“, die auf den Schwangerschaftstest anspielen. Der folgende Song, „Le crash du Concorde“, mündete in der Pause, aber nicht ohne dafür zu sorgen, dass das Publikum auch weiterhin da bleibt. Mit einer Anspielung auf den Film Zurück in die Zukunft bot er ein Elvis-Medley an und eine kurze Passage aus „Go Johnny go“.

Nach der Pause spielte er weitere Songs, holte Mara Tremblay zu sich auf die Bühne und krönte sein Konzert mit „Mécaniques générales“, der der letzte Song des zweiten Teils war. Während Patrice Michaud noch eine Zugabe gab, begann auf der Hauptbühne des Open-Air-Festivalbereichs der FrancoFolies das Konzert von Alex Nevsky mit Gästen.

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© J. Dummer

Nacheinander lud er Fanny Bloom, Marie-Pierre Arthur und Radio Radio zu sich auf die Bühne ein, um mit ihnen gemeinsam ein bis zwei ihrer Songs zu performen. Diese Konstellation ließen sich an diesem Abend nur die Wenigsten entgehen, denn der Zuschauerbereich war nahezu lückenlos gefüllt.
Etwas später am Abend gab es noch ein Konzert von Bodh’aktan.

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© J. Dummer

Sieben Männer, teilweise mit Bart und langen Haaren oder Rasta-Zöpfen, teilweise im Schottenrock, teilweise an der Gitarre, am Dudelsack, an der Geige, der Flöte oder am Schlagzeug. All das zusammen ergibt Bodh’aktan, eine Gruppe von Musikern und Sängern, die traditionelle Lieder aus Irland, der Bretagne und Quebec spielen und ihnen Rock, Pop, Punk und Metal beimischen. Sie verbreiteten gute Stimmung und gute Laune, die sie angesichts der vielen Leute, die ihre Lieder gestern Abend mitsangen, selbst auf der Bühne hatten.

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