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© J. Dummer

Ganz anders als alles, was ich bisher auf den FrancoFolies de Montréal gesehen habe, war das Konzert von Émile Proulx-Cloutier am gestrigen Abend im Konzertsaal der Gésukirche. Émile Proulx-Cloutier ist ein Geschichtenerzähler, ein Komiker, ein Musiker und ein Schauspieler, der aufmerksam seine Umgebung wahrnimmt. Diese Eigenschaften hat er in ein Konzert gepackt, das er an zwei Abenden hintereinander im Rahmen der diesjährigen FrancoFolies präsentierte und zwar zum 120. und zum 121. Mal. AIMER LES MONSTRES heißt das Album und auch die Tour, mit der er seit drei Jahren unterwegs ist und die er am 27. November 2015 im Théâtre Outrement in Montréal abschließen wird.

Während des Konzerts berichtete er von einzelnen Figuren unterschiedlicher Altersklassen und unterschiedlichen Geschlechts. Sie hießen Auguste, Alice oder Éric und er erzählte deren Geschichten. Die Erzählung, die mit Musik unterlegt war, wurde dann bald zu einem chanson, das die unterschiedlichsten Züge annahm. Musikalisch begleitet wurde er von Mathieu Désy am Kontrabass, Pascal Racine-Venne am Schlagzeug und von Benoit Rocheleau an diversen Blechblasinstrumenten, die den Liedern Dramatik und Tiefe verliehen.

Die Lieder von Émile Proulx-Cloutier bewegen sich zwischen Jazz, spoken word, Rap und Swing wie z.B. „Le grillon et la luciole“, „Madame Alice“, „Race de monde“ und „Les cités grises“. Einer der Höhepunkte an diesem Abend war sicherlich seine französische Version des Klassikers der Québecer Musikgeschichte „Mommy“, geschrieben 1971 von Gilles Richer und Marc Gélinas.

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