Vor gut einem halben Jahr fanden im Astral auch einige Konzerte im Rahmen des Festivals Coup de cœur francopone statt. U.a. gab dort Philippe B ein Konzert, das Ludovic Alarie mit einigen seiner Songs eröffnete. Am 19. Juni 2015 eröffnete Ludovic Alarie erneut einen Konzertabend im Astral. Begleitet von Bassgitarre und Schlagzeug spielte er eine Auswahl der Songs von seinem Debütalbum sowie ein Cover von Félix Leclercs „La vie“. Immer noch ein wenig zurückhaltend, ist seine Bühnenpräsenz jedoch präsenter, vor allem in Hinblick auf seine zarte Stimme. Nach einer knappen halben Stunde verabschiedete er sich und die Bühnenumarbeiten begannen für das anschließende Konzert von Stéphanie Lapointe.

Stéphanie Lapointe hatte vergangenen Herbst das Album LES AMOURS PARALLÈLES herausgebracht. Bereits auf den letzten Coup de cœur francopone hatte ich die Gelegenheit, sie im Cabaret du Mile-End live zu sehen. Damals war das ihr erster Auftritt mit den neuen Songs. Dass seit dem Zeit vergangen ist, konnte man schnell feststellen.
Seit zehn Jahren arbeitet sie mit ihrer Band zusammen, aber vor allem zu ihrem Gitarristen Joseph Marchand, der sein Outfit für den Auftritt vergessen hatte und sich anstelle seiner Birkenstocksandalen für die Variante barfuß entschieden hat, hat sie eine unterhaltsame Beziehung auf der Bühne. In der Zugabe wurde sie nur von ihm begleitet. Während sie leger gegen einen Barhocker gelehnt „Dis, quand reviendras-tu?“ von Barbara sang, spielte er auf dem Boden sitzend sein Instrument.

Doch zurück zum Beginn des Konzerts: Mit „La fuite“ trat sie auf die Bühne. Text und Musik dieses Songs sind von Jimmy Hunt. Nicht nur mit ihm hat die Sängerin für ihr aktuelles Album zusammengearbeitet, sondern mit einer ganzen Reihe von Musikern. Einige von ihnen lud sie auch an diesem Abend zu sich auf die Bühne ein wie Stéphane Lafleur. Er schrieb für sie den Song „Nous revenons de loin“, der durch seine wenigen Worte besticht, die so viel aussagen über die Liebe. Stéphane Lafleur ist Sänger bei Avec pas d’casque und Regisseur.

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© J. Dummer

Am Klavier spielte Stéphanie Lapointe anschließend „L’oiseau mécanique“, einen Song von Philippe B und später mit einem Hinweis auf Pierre Lapointe, der zur gleichen Zeit am selben Abend mit PARIS TRISTESSE in der Maison symphonique auftrat, den älteren Song „Eau salée“, den er für sie geschrieben hat. Dann trat der Preisträger 2014 des Prix Félix-Leclerc zu ihr auf die Bühne. Gemeinsam sangen sie „De mon enfance“ und „Je veux de la lumière“ von Philémon Cimon. Auf die Duette mit männlichen Kollegen folgte eines mit der musikalischen Neuentdeckung des vergangenen Jahres: Safia Nolin. Inmitten des Sommers sorgten sie mit „Noël partout“ für ein wenig traurige Weihnachtsstimmung.

Leif Vollebekk war der letzte Gast. Sie sangen gemeinsam „Not a moment too soon“ und ein Cover von Serge Gainsbourg: „L’anamour“. Im Anschluss erinnerte sich die Sängerin an einen Auftritt der britischen Sängerin Jane Birkin vor einigen Jahren. Von dem Moment an beschloss sie, künftig ohne Instrument aufzutreten und sich ganz auf den Gesang zu konzentrieren. Und dann war er auch schon gekommen, der Moment des Abschieds von diesem gefühlvollen Abend mit den bemerkenswerten Stimmen von Ludovic Alarie und Stéphanie Lapointe.

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© J. Dummer

Später am Abend fand auf der Fordbühne wieder ein Rockkonzert statt. Am Freitagabend unterhielt Dany Placard sein Publikum mit ordentlichem Gitarrensound, der nur von einem Schlagzeug ergänzt wurde. Er spielte „Aussi“ – war bereits „Song der Woche“ auf jennismusikbloqc – und brachte das Publikum dazu „Santa Maria“ zu singen. Nach einer halben Stunde erkundigte er sich nach der Uhrzeit, denn es wurde Zeit, seine Musiker vorzustellen. Begleitet von zwei Gitarristen und einem Schlagzeuger lieferten sie eine gute Show, die in den ruhigeren Klängen von „Relaxe“ ihr Ende fand.

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