
© J. Dummer
Bevor Busty and the Bass an diesem herbstlichen Montagabend im Helios 37 auch Songs davon spielen, eröffnen pünktlich um 20 Uhr Emilie und ihr Bruder Dillan Otto aus Leverkusen den Abend. Emilie Otto stimmt die Leute nicht nur mit ihrer souligen Stimme auf Busty and the Bass ein, sondern versammelt die, die gekommen sind, vor der Bühne, verbreitet gute Laune und bringt die Leute zum Schnippen und Singen. Im Publikum entdecke ich währenddessen auch das eine oder andere Bandmitglied vom Hauptact. Zum Schluss stellt Emilie Otto ihre neue Single „Topple me over“ vor und outet sich als Fan von Busty and the Bass, auf deren anschließenden Auftritt sie sich freut.
Nach einer kurzen Umbaupause kommen zunächst die Musiker durch das Publikum auf die Bühne. Die Musik baut sich auf. Dann kommen auch Alistair Blu und der neue Sänger Jordan Brown dazu. Sie performen „Lucky (Song 7)“ von ihrer aktuellen EP THE MANNEQUIN. Es folgen u.a. „Up top“ von UNCOMMON GROUND, „No angels“ von FOREVER NEVER CARES und „The real“ von GLAM, alles sehr groovige, nach vorne gehende Songs. Ruhiger wird es bei „All the things I couldn’t say to you“ und „My parade“.
Zwischen den Songs wendet sich Alistair Blu an das Publikum. Als Band aus Montréal, die gerade durch Europa tourt, sind sie dankbar, diesen Abend vor denen zu spielen, die sich an einem Montag für sie aufgerafft haben. Er verspricht ein intimes Konzert, bei dem Band und Publikum einander kennenlernen können. Er kündigt Songs an und stellt im Laufe des Abends die Musiker vor, etwa Chris Vincent an der Posaune, Scott Bevins an der Trompete, Julian Trivers am Schlagzeug, von denen jeder seinen besonderen Moment bekommt, ob in den Songs „No self control“ und „Give me a smile“ oder auch in den Jam-Sessions.
Mit „Out of love“ von ihrem 2020 erschienenem Album EDDIE spielen sie den letzten offiziellen Song des Abends. Weil das Helios 37 über keinen Backstagebereich verfügt, der direkt an die Bühne anschließt, fragt Alistair Blu das Publikum, ob es eine Zugabe möchte. Es möchte. Danach fordert das Publikum noch eine, aber sie kommt nicht. Dafür nimmt sich die Band Zeit, am Merchstand Platten, CDs und T-Shirts zu signieren. Ich besorge mir ein Exemplar der Deluxe Edition von FOREVER NEVER CARES, lasse sie mir von allen signieren und laufe beschwingt durch Köln zurück zu meiner Unterkunft. Wie gern wäre ich am nächsten Tag bei ihrem Berlinkonzert dabei, doch dass ich sie mal in Berlin sehe, muss warten. Bis dahin behalte ich ihre Musik im Ohr und die Erinnerungen an diesen schönen Abend hier fest.
