Es war fast auf den Tag genau ein Jahr nach ihrem letzten Auftritt im Musik & Frieden als The Franklin Electric nun mit ihrem neuen Album BLUE CEILINGS ihre Europatournee eröffneten. Während das Konzert im letzten Jahr ausverkauft war, füllte sich der Club an diesem Dienstagabend eher langsam. Als dann das Licht ausging und Musik eingespielt wurde, kam die Band endlich auf die Bühne: Jon Matte, Martin Desroby (Bass), Kevin Warren (Schlagzeug) und Ken Pressé (Gitarre). Mit ihren Unterschriften haben sie sich im letzten Jahr auf meiner Ausgabe von ihrem Debütalbum verewigt. Seit Februar ist nun der Nachfolger veröffentlicht, von dem sie mit „All along“ ihren Auftritt starteten. Ein gelungener Auftakt, der die Richtung für den Abend vorgab. Es folgte ein Mischung aus Songs von beiden Alben. Bei „Watching from a rooftop“ griff Jon Matte zu seiner Geheimwaffe, der Trompete, die bereits vor ihrem Auftritt auf der Bühne zu sehen war. Matte war am Morgen noch auf der Suche nach einem Laden durch Berlin geirrt, um sie nach einem Sturz reparieren zu lassen, wie er ein paar Stunden zuvor im Interview verraten hat.

© J. Dummer

Der Abend hatte seine ruhigen Momente, in denen Jon Matte seine Balladen darbot. Überwiegend standen die Arrangements aber auf Party. Songs vom neuen Album wie „Can I get it back“, „Walk with you“ und „Burning flame“ überzeugten, die älteren Songs „Strongest man alive“ und „Old piano“ wurden einen Hauch mehr bejubelt. Der Einsatz der Trompete in „Old piano“ nutzte er sogar, um mal die Lage im Publikum zu checken und dort einen Moment zu spielen. Zurück auf der Bühne folgten noch „Show me the quiet air“, „Resistance“ und „I know the feeling“.

Nach einer guten Stunde war der Hauptteil vorüber und The Franklin Electric verabschiedeten sich. Aber nur kurz, denn dann kamen sie für die Zugabe zurück. Als der Frontmann mit „This is how I let you down“ am Keyboard loslegte und das Publikum ihm durch seine Textsicherheit ein Lächeln ins Gesicht zauberte, schien das zu veranschaulichen, was er zuvor gesagt hatte: Bei Konzerten geht es darum, mit den Leuten in Kontakt zu treten, egal ob das in einem riesigen Konzertsaal passiert oder in einem kleinen Club. An diesem Abend war ihm das gelungen. Die Stimmung war gut und hielt bis zum Schluss an. Den leitete die Band durch ein Cover von Gordon Lightfoots „If you could read my mind“ ein, gefolgt von dem Song, auf den ich den ganzen Abend gewartet hatte: „Unsatisifed“.

Nach kurzer Zeit tauchte die Band am Merchandising-Stand auf und begrüßte Leute, die extra für ihr Konzert nach Berlin gereist waren. Die Musik findet also ihren Weg und ich bin mir sicher, dass The Franklin Electric nach dieser Tournee auch bald wieder nach Europa kommen werden.

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